Allgemeine Informationen

 

Wir planten unsere Velotour bewusst nicht allzu detailliert. Erstens weil uns die Erfahrung fehlte und zweitens weil wir möglichst unabhängig und frei bleiben wollten. Da wir nur zu zweit waren und zudem noch Brüder sind, hatten wir keine Angst vor unüberwindbaren Konflikten bei der Planung. Grösseren Gruppen würden wir trotzdem empfehlen die Rahmenbedingungen der Velotour im Voraus zu besprechen.

Tagesablauf

Wir standen morgens meistens zwischen 6:00 und 8:00 auf. Nach dem Aufstehen packten wir zuerst unser Gepäck zusammen, danach frühstückten wir. Anschliessend machten wir uns startbereit und fuhren los.

Während der Fahrt machten wir praktisch nur Pausen zum Essen, für Besichtigungen und zum Einkaufen. Zwischen 17 Uhr und 20 Uhr trafen wir meistens bei der Unterkunft ein. Den Abend widmeten wir der Erholung. Nach dem Dehnen und dem Duschen bereiteten wir uns ein ausgiebiges Abendessen zu. Nach dem Essen blieben wir meistens im Essraum, tranken Tee und planten die nächste Etappe. Manchmal gingen wir auch in ein Pub essen oder machten einen Ausgang. Um 23 Uhr schloss die Jugendherberge und wir gingen schlafen.

Streckenführung

Wir planten die Strecke jeweils drei bis vier Tage in groben Zügen voraus. Die fixe Planung und die Reservierung der Unterkunft tätigten wir allerdings höchstens eins bis zwei Tage im Voraus. Meistens geschah dies am Vorabend nach dem Abendessen in der Jugendherberge.

Ernährung

Vor Beginn der Etappe nahmen wir ein reichhaltiges Frühstück zu uns. Am späteren Vormittag machten wir jeweils eine kurze Pause um etwas Kleines zu essen. Meistens ein Joghurt. Anfangs Nachmittag picknickten wir etwas ausgiebiger. Leider gab es in Grossbritannien fast nur Toastbrot. Zudem musste man gerade bei rohen Fleischwaren und beim Käse sehr genau aufpassen, was man kaufte. Zwischendurch nahmen wir immer wieder kleinere Häppchen wie Müesliriegel oder Früchte zu uns. Am Abend assen wir stets eine warme Mahlzeit. Wir vertilgten locker die doppelte oder dreifache Menge von unserem Normalbedarf.

Während der Fahrt und am Abend achteten wir stets darauf, genug zu trinken.

Instandhalten des Materials

Das Fahrrad erforderte praktisch keine Arbeit. Nur zwei Mal mussten wir kleine Reparaturen vornehmen. Eine Velotasche allerdings musste mehrmals genäht werden.

Am meisten Arbeit erforderten natürlich die Kleider. Alle fünf bis sechs Tage mussten wir zumindest die T-Shirts, die Unterwäsche und die Socken waschen.

Orientierung

Auf dem ersten Teil hatten wir ein GPS mit uns. Dieses führte uns jeweils zuverlässig auf dem kürzesten Weg ans Ziel. Nachdem das GPS einen Regenschaden erlitten hatte, mussten wir auf traditionelle Karten zurückgreifen. Mit den Ordnance Survey Karten im Massstab 1:250'000 und einem Kilometerzähler fanden wir den richtigen Weg auch relativ problemlos.

Transport mit öffentlichen Verkehrsmittel

Der Transport des Fahrrads mit dem Flugzeug verlief ohne grössere Probleme. Allerdings waren die Transportbedingungen (Gebühr, Zustand des Velos) nicht immer dieselben.

Mit dem Schiff klappte der Transport jeweils problemlos. Für einen kleinen Aufpreis konnten die Fahrräder ohne weiteres aufgeladen werden.

Am meisten Probleme bereitete uns überraschenderweise der Zug. Alle Zugunternehmen hatten andere Transportbedingungen. Reservierungen wurden teilweise nicht beachtet, andere Male waren sie dringend erforderlich. Zudem hatten wir mehrmals Probleme mit der schottischen Zuggesellschaft Scotrail. Die Züge waren jeweils beschränkt auf zwei Velos. Dies wurde vom stets unfreundlichen Personal strikt kontrolliert. Da wenig Züge verkehrten, war dies sehr ärgerlich. Dafür war der Transport für Velos im Zug meist gratis.

Wetter

Das Wetter entsprach zum Glück nicht dem Klischee des britischen Dauerregens. Einzig in Westschottland schien es recht oft zu regnen. Doch insgesamt zählten wir nur vier richtige Regentage, bei denen wir wirklich nass wurden.

Die Temperaturen waren sehr angenehm zum Velofahren. Sommerlich heiss war es nur einige Tage in Wales und richtig kalt wurde es nie.